Józef Koffler sicherte sich einen festen Platz in der Musikgeschichte als erster polnischer und einer der ersten europäischen Zwölftonkomponisten. Die Forschung zu Kofflers Schaffen stellt heraus, dass er die »Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen« von Schönberg übernahm und sie auf höchst kreative Weise anwandte; oft modifizierte er ihre strengen Regeln, um das gewünschte künstlerische Ergebnis zu erreichen. Die auf dieser CD vorgestellten Klavierwerke und sein Streichtrio op. 10 sind ein aussagekräftiges Zeugnis für Kofflers Originalität. Die CD endet mit dem Werk Spur von Johannes Schöllhorn, das Koffler gewidmet und 2003 komponiert wurde. Ein zeitgenössischer Komponist nimmt die von Koffler hinterlassene »Spur« auf, um mithilfe kreativer Phantasie und Sensibilität gewissermaßen sein eigenes Spiel zu treiben mit dem Originalmaterial, das– manchmal stärker, manchmal schwächer unter neuen Inhalten durchscheint.